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30.11.2011
„OIG Giant II“, „Black Watch“, „Patnos“, „Marco Polo“, „Albatros“, „Amadea“ und „Minerva“: Der winterliche Andrang auf die Docks und Kajenliegeplätze der Lloyd Werft Bremerhaven sorgt zum Jahresende für eine volle Auslastung des Betriebs.
Es sind vor allem Kreuzliner von alten und auch neuen Kunden, die zu Reparatur-, Wartungs- und Umbauarbeiten die Lloyd Werft anlaufen. Werft-Geschäftsführer Rüdiger Pallentin freut sich über die gute Auftragslage, die das Know-how und die Erfahrung der Werft zum Ende eines Jahres herausfordern, das für die deutschen Werften schwierig war. Pallentin: „Der deutsche Schiffbau kann leider die Aufschwungmeldungen anderer Wirtschaftsbereiche nicht teilen. Aufträge sind rar. Wir haben vor diesem Hintergrund das Jahr 2011 auch genutzt, uns in wichtigen Unternehmensteilen neu aufzustellen und uns auf unsere Kernkompetenzen zu konzentrieren, und gehen nun erwartungsvoll in das neue Jahr.“
Für Pallentin steht der jüngste Auftrag für den am 7. Dezember beginnenden und voraussichtlich 83 Tage dauernden Umbau des Kreuzfahrtschiffes „Minerva“ vor allem auch für die „Kompetenz der Lloyd Werft, komplexe Aufträge im Spezialschiffbau auszuführen“. Das neunte Deck soll erweitert werden, 20 Suiten auf dem achten Deck wird die Werft vergrößern und mit Balkonen ausstatten, und weitere zwölf Kabinen will die Reederei durch den Anbau von Balkonen aufwerten. Auf dem fünften Deck werden sechs Kabinen zu einem neuen Beauty-/Fitness-Center umgebaut. Zudem wird an Bord eine Sauna außer Betrieb genommen, damit die „Shackleton-Bar“ vergrößert werden kann. Hinzu kommt im Innenbereich der „Minerva“ auf Deck 8 die Verlängerung des Promenadendecks, um mehr Platz für sonnenhungrige Kreuzreisende zu schaffen. Zum Programm gehört zudem die Renovierung von 150 Nasszellen in den Standardkabinen. Gleichzeitig erhalten alle Kabinen eine verbesserte Klimaanlage.
Die Arbeiten der Lloyd Werft gelten aber nicht allein dem Komfort der Passagiere. Auch im schiffbaulichen Bereich stehen auf der 1996 auf der Mariotti-Werft in Genua fertiggestellten „Minerva“ etliche Arbeiten an. Zwei neue Wellenanlagen samt Propeller werden im Dock eingebaut. Diese Arbeiten stehen in Verbindung mit einer PROMAS-Anlage von Rolls-Royce, die den Strömungsfluss zwischen den Propellern und den Rudern optimieren und so Kraftstoff einsparen soll. Außerdem erhält der Kreuzliner einen zusätzlichen neuen Voith-Heckstrahler, während ein altes Strahlruder achtern ausgebaut wird.
Bei einem derartig umfangreichen Werftprogramm gehört zum Gesamtumfang auch ein neues äußeres Outfit: Die „Minerva“ soll in edlem Königsblau am 27. Februar 2012 die Lloyd Werft wieder verlassen.
ed
THB | Deutsche Schiffahrtszeitung, 30.11.2011